05. Juni 10 - RR
MZF Regio Loop Much
Als mich meine Chicks fragten, ob ich denn beim MZF mitmachen könne, sagte ich nicht ganz spontan ja. 2 Veranstaltungen waren gemeldet, das EZF in Much und am nächsten Tag Bonn-Eupen-Bonn – 225 km mit 2000 hm. So wirklich passte das MZF nicht in meinen Plan, aber wenn ich schon mal in Much bin, dann soll es sich auch lohnen. So sagte ich ein paar Wochen vor dem Rennen zu und wusste, dass es gemütlichere Wochenenden im Leben von alternden Frauen gäbe. Egal, nun war ich ja warmgefahren und Mirko blieb auch sehr gelassen. Zwischen EZF und MZF hatte ich eine Stunde Zeit, aber keine Lust mehr auf Warmfahrerei. Die kleine gemeinsame Trainingseinheit vom Donnerstag sollte reichen: Eine schöne Radtour nach Brüggen, wo Alex Bezirksmeisterschaftsteilnehmerin war, eine anschließende gemeinsame Trainingsrunde mit gemütlichem Ausklang für Alex in Anrath – wir anderen durften noch nach Hause radeln – 190 km auf der Uhr, Sonne getankt und einen besonders schönen Tag gehabt. So schlecht lebt es sich bei Sommerwetter ja gar nicht mal.
Alex, Eva und Inge fuhren sich warm, ich zum Auto: neues Trikot, neuer Transponder, neue Startnummer. Die war dieses Mal besonders schön. Die beste Nummer, welche ich je hatte.
Mirko ertrug meine aufgeregte Unruhe. Ich wollte nicht Schuld daran sein, wenn wir es verbocken würden. Es gab ein seltsames und gleichsam seltenes Ziel zu erringen: Sieg und schlechteste Mannschaft gleichzeitig, so was soll’s geben.
Wir starteten als 5.Team und sortierten uns. Das ging schnell. Nur einmal teilte sich das Quartett in 2 Hälften. „Mädels, wie ärgerlich, ausgerechnet da, wo wir am Fotograf vorbeikommen lasst Ihr abreißen“, spottete ich und gab mir selbst die Schuld dafür. Ein Zeitrad, bergab mit mir drauf, das war schneller als 3 Mädels auf normalen Rennrädern.
Umso mehr Respekt zolle ich meinen Chicks. Das Mannschafts-Zeitfahrtraining am Niederrhein hatte Sinn gemacht. Auch wenn die Gegnerinnen fehlten, so wollten wir doch richtig Teamzeitfahren.
Bergauf waren wir sehr homogen, denn das Zeitrad bergauf mit mir drauf ist nicht wirklich eine Wunderwaffe. Zwar sah ich es als Pflicht meinen Chicks Windschatten zu bieten, aber ich quälte mich doch ganz schön. Alex, Eva und Inge merkten das und ich ließ mich gern ab und an mal durchreichen. Inge kämpfte richtig, Wahnsinn. Eva kämpfte mit dem 12er und Alex fuhr einfach schnell. Ich war froh mich auf meinem Zeitfahrlenker ablegen zu können, welch Wohltat. Die 3 Mädels hatten es nicht so gemütlich, aber wir waren ja auch nicht bei den olympischen Spielen.
Wir wendeten einigermaßen schön und bergab konnte ich wieder vorneweg walzen.
Es eilte ein Herrenteam von hinten heran, überholte schwungvoll und … was war das, wurden sie langsamer? Wir überholten zurück. Einer von ihnen schrie: „Die Mädels kommen.“ Aber da waren wir schon vorbei. Das konnten sie wohl nicht auf sich sitzen lassen, und wiederholten das Spielchen.
Auch wir kamen noch mal an die Herren ran, fuhren neben Sie, denn Windschattenfahren verachte ich im Rahmen einer solchen Veranstaltung zutiefst.
Gemeinsam zum Wendepunkt machte natürlich keinen Sinn. Man ihr Jungs, fahrt nun mal deutlich schneller, oder lasst und durch. Nett waren sie ja. Wir hätten verhandeln sollen: ‚Wir lassen Euch durch, ihr bezahlt dafür nachher die Getränke.’ Aber nach der Wende erledigte sich das Problem dann von alleine. Sie entfernten sich gen Ziel, wir quälten uns wieder den Berg hinauf. Bald war es geschafft.
Ab und an sah ich die Rückennummer meiner Teamkolleginnen.
Was für eine geile Zahl 1001!
Ein Palindrom, TausendundeineNacht, Dualzahlen … ich verkniff mir während des Rennens darüber zu reden. Schlimm genug, das ich daran dachte.
Bis zum Zielanstieg würde ich meine Chicks geleiten, gab noch paar Infos wegen der Kurven mit auf den Weg und ließ meine Chicks vorbei. In den Kurven wollte ich lieber nicht stören. Ich freute mich, wie ich sie da den Berg hochsprinten sah, aber ich mochte nicht mehr, jetzt war ich platt und mir war auch egal ob ich ankam, die ersten 3 Fahrerinnen zählten und das war mein Team und ohne die wäre ich ja gar nicht mitgefahren.. Ich sah sie unter dem Zielbogen durchfahren und mobilisierte dann doch noch letzte Energien um nicht ganz abzulatzen.
Im Zielbereich ging es gemütlich zu. Auf der Wiese vorm Mucher Rathaus konnte man essen und trinken, fachsimpeln und relaxen. Das Wetter war mit 27°C und Sonne satt einfach nur endgeil!
Es gab eine Siegerehrung und einen Pokal für uns. Wir hatten unser Klassenziel erreicht und waren bestes einziges Frauenteam geworden.
Schämen? Nö, wir haben uns angemeldet, formiert und angestrengt. Wer nicht mitmacht, ist auch nicht besser als wir. Gleichzeit waren wir auch letztes Team überhaupt geworden.
Mädels, das war schön mit Euch. Könnt mich für so was gern wieder fragen.
Teamzeitfahren ist überhaupt eine sehr schöne Sache, die bestimmt keinem Team schaden würde. Besonders schön fand ich auch die Mixedteam-Variante, wo sich wenigstens 2 Teams messen konnten.
Noch cooler wären noch längere Strecken. Die Startgelder sind wahrscheinlich nicht gerade motivierend, aber Leute, wir geben soviel Geld für Dinge aus die weniger Spaß machen.
Die Veranstaltung in Much war top organisiert. Die Mucher Bevölkerung war besonders hilfsbereit und freundlich. Die Ordner, die Anlieger, das gesamte Orgateam und wer auch immer mir begegnete, vermittelten nicht das Gefühl genervt von uns zu sein und überhaupt herrschte eine sehr gute Atmosphäre auch unter den Sportlern.
LeXXi TeamTrikot24.de
Ergebnisse
Platz | Name | Team |
1. | Maggie Gerhardt Eva Kitz Alexandra Nöhles Inge Babel | LeXXi TeamTrikot24.de |
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